Aus den Anfangsjahren des Vereins ist ein Gedanke überliefert, der den Gründungsimpuls des Albertusheim auf den Punkt bringt. P. Ulrich Kaiser, damals Kuratus der Gemeinde St. Paulus in Berlin-Moabit, formulierte Anfang der 1930er Jahre:
„Es soll den Kindern der armen Eltern die Möglichkeit bieten, aus ihren dumpfen und sonnelosen Wohnungen herauszukommen, um sich in frischer, sonniger Luft zu erholen."
Der Verein wird unter dem Namen „Jugendwohl e.V." gegründet.
Das Grundstück in Friedrichshagen wird vom Verein „Jugendwohl" erworben. Junge, arbeitslose Männer der Gemeinde errichten Baracken als Unterkünfte und bauen eine Kapelle in Fachwerkbauweise. Eine Gruppe junger Mädchen hilft als freiwilliger Arbeitsdienst mit.
Die Kapelle auf dem Grundstück wird vom damaligen Provinzial der Dominikaner, P. Laurentius Siemer OP, benediziert.
Der Verein benennt sich um in „Albertusheim e.V." — unter den Schutz des heiligen Albert gestellt.
Das Grundstück wird zur Stadtranderholung, als Ferienspielplatz, zu Einkehrtagen oder einfach als Treffpunkt am Wochenende genutzt. Wenn man an die engen Wohnverhältnisse und die soziale Not der damaligen Zeit denkt, wird einem bewusst, wie viel Segen von diesem Platz ausgegangen ist.
In den letzten Kriegsjahren des Zweiten Weltkriegs werden auf dem Grundstück Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter aus verschiedenen europäischen Ländern untergebracht, die in der Rüstungsindustrie im Raum Köpenick eingesetzt werden. Berlin war zu dieser Zeit eines der Zentren der NS-Zwangsarbeit. Über eine halbe Million Menschen mussten in der Stadt unter teils unmenschlichen Bedingungen arbeiten.
Nach dem Krieg wird ein Pflegeheim in den Räumen eingerichtet, das später noch auf die benachbarte Ravensteiner Mühle ausgedehnt wird. Zunächst kann es auch noch zur Kindererholung genutzt werden. So fuhr Ende der 40er Jahre der Kindergarten des Elisabethstiftes mit einer Straßenbahn im Sommer 2 Wochen lang täglich von Moabit bis Friedrichshagen zur Stadtranderholung!
Durch die politischen Verhältnisse wird es bald für Westberliner nicht mehr möglich, sich dort frei zu bewegen, weil das Grundstück direkt an der Stadtgrenze liegt. Bis zum Bau der Mauer fahren jeden Mittwoch und Sonntag ein Pater und eine Katechetin hinaus für die heilige Messe und Religionsunterricht. Auch danach bricht die Verbindung nicht ab. Dem Pflegeheim und den Besuchern der Kapelle kann manche Hilfe durch Pakete und Besuche gegeben werden.
Nach der Wende kann der Verein wieder die Verantwortung für das Grundstück übernehmen. In den Folgejahren wird mit der Diözese, die zwischenzeitlich eine Bauhütte auf dem Gelände eingerichtet hatte, eine einvernehmliche Lösung gefunden. Der Verein erhält den Großteil des Grundstücks zurück.
Ein Bettenhaus wird eingerichtet und das Grundstück kann nun wieder seinem ursprünglichen Zweck dienen. Kinder, Jugendliche und Familien finden hier Erholung, und das Haus wird erneut zum Ort für religiöse Freizeiten und gemeinnützige Bildungsangebote.
Inzwischen ist auf dem Gelände vieles verbessert, Sportmöglichkeiten sind geschaffen worden. Die Kapelle ist neu gestaltet und aufgefrischt. Es bleibt allerdings auch noch viel zu tun! Wir können Helfer gebrauchen!
Der Vorstand des Albertusheim e.V.
Die Tradition des Ehrenamts lebt weiter
Von den ersten Freiwilligen 1932 bis heute — das Albertusheim wird von Menschen getragen, die sich engagieren. Werden auch Sie Teil unserer Geschichte!
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